Die schönsten Hausboot-Reviere

Als Hausboot-Kapitän kann man auf vielen europäischen Gewässern auch ohne Führerschein unterwegs sein. Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros, verrät die schönsten Reviere und gibt Tipps rund um die Buchung.

Herr Joachimsthaler, welche Reviere können Sie für den Hausboot-Urlaub ohne Führerschein besonders empfehlen?

Bei der Vielzahl an attraktiven Routen in Europa fällt es schwer, eine Auswahl zu treffen. Für kulturell interessierte Bootstouristen ist sicherlich Frankreich mit seinem riesigen Wasserwegenetz, z. B. am Canal du Midi, in der Bretagne oder im Burgund, ein heißer Tipp. Hier lassen sich Besichtigungen von Weingütern, Schlössern und historischen Städten prima mit dem Schiffsurlaub verbinden. Ähnliches gilt für die Region Friaul, die Lagune von Venedig und die Adriaküste in Italien, das Gebiet rund ums Ijsselmeer in Holland oder die Themse in Südengland. Natur- und Angelfreunde finden ebenfalls Reviere mit ganz typischen Akzenten: Shannon und Erne in Irland sind berühmt für ihre Pub-Kultur, der Caledonian Canal in Schottland für seine Whiskys, die Masurische Seenplatte in Polen für ihren Bernsteinschmuck. Wer nicht nur gern angelt, sondern auch badet, ist auf dem Grande Lago in Portugal richtig; wer ein innerdeutsches Ziel sucht, kann die Müritz und die Mecklenburgische Seenplatte ansteuern.

Was muss man bei der Buchung eines Hausboot-Urlaubs beachten?

Man kann direkt bei großen Bootsverleihern wie LeBoat oder Nicols und natürlich im Reisebüro buchen. Je nach Anzahl der Passagiere stehen verschieden große Hausboote zur Auswahl; auch in der Ausstattung gibt es mehrere Kategorien. Ein Spartipp für die Nebensaison sind Kurzmieten für drei bis fünf Nächte – sicherlich eine gute Zeitspanne für die erste Schnupperkreuzfahrt. Sinnvoll ist es, Fahrräder hinzuzubuchen, um vor Ort mobil zu sein. Wer seine Angelausrüstung nicht mitschleppen will, kann die bei einigen Vermietern ebenfalls reservieren. Sogar Verpflegungspakete mit Getränken, Snacks und Grundnahrungsmitteln kann man z. B. in Irland vorbestellen – praktisch bei einer späten Flugankunft. Angelkarten sind übrigens stets vor Ort, etwa an Anlegestellen oder in Postämtern, gegen geringe Gebühr erhältlich.

Wie geht es vor Ort für Bootsneulinge weiter?

Keine Sorge, die Boote sind einfach zu handhaben! Bei der Übernahme wird die Bedienung ausführlich von einem Mitarbeiter des Vermieters erklärt, ein Stück begleitet gefahren und oft ein Schleusen-Manöver geübt. Zur Ausstattung des Hausboots gehört auch das Kapitänshandbuch, in dem alle wichtigen Signale und Zeichen erklärt sind, sowie eine detaillierte Gewässerkarte. Und sollte doch einmal etwas schiefgehen, gibt es einen Streckendienst, der auf einen Anruf hin schnell vor Ort ist.