Dem Himmel so nah – Die besten Adressen für Sterngucker in Deutschland

Ist kein störendes Licht in der Nähe, scheinen am klaren Nachthimmel tausende Sterne auf. Foto: abenteuer-sterne.de/Sebastian Voltmer

Es wird wieder früher dunkel, und die Nächte sind häufig klar, dabei aber noch nicht so kalt: Der Herbst ist eine ideale Jahreszeit für die Beobachtung des Sternenhimmels. Wir sagen, wo Astronomiefans auf ihre ­Kosten kommen und warum Dunkelheit nicht nur für sie ein kostbares Gut ist.

Was gibt es Schöneres, als in einer wolkenlosen Nacht den Kopf in den Nacken zu legen und den Blick über den Himmel schweifen zu lassen? Die funkelnden Sterne üben auf die meisten Menschen eine besondere Faszination aus, vom kleinen Kind bis zum versierten Astronom.
Doch ihr Anblick ist in Deutschland und anderen Industrienationen zum Luxus geworden. Durch die dichte Besiedelung wird auch bei Nacht viel künstliches Licht ­erzeugt, das den Himmel aufhellt und dadurch schwache Sterne, kosmische Gas­nebel und die Milchstraße ­ver­schleiert. Hohe angeleuchtete Bauwerke oder Beamer verstärken diesen Effekt.

 

Allianz für Dunkelheit

Gegen diese Lichtverschmutzung vorzugehen, hat sich die International Dark Sky Association (IDA) zur Aufgabe gemacht. Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in Arizona zeichnet weltweit Regionen aus, die dank ihrer natürlichen Voraussetzungen ein besonders hohes Maß an Dunkelheit vorweisen können und zugleich umfangreiche Maßnahmen ergreifen, um Lichtquellen zu minimieren. Das Konzept der IDA ist dabei in mehrerlei Hinsicht nachhaltig, denn es geht nicht nur um das Erleben eines dunklen Sternenhimmels, sondern auch um den Schutz nachtaktiver Tiere sowie Energieeinsparung durch sinnvoll eingesetzte künstliche Beleuchtung.
Gebiete, die eine Aufnahme in die Liste der „Dark Sky Places” anstreben, müssen schon bei der Bewerbung nachweisen, dass weit über die Hälfte ihrer Beleuchtung den Kriterien der IDA entspricht, und diesen Anteil im Lauf der Jahre weiter steigern. Geboten sind z. B. warmweiße Lichtquellen, die möglichst wenig abstrahlen und nur dorthin gerichtet sind, wo sie benötigt werden. Hilfsmitteln wie Bewegungsmeldern, Zeitschaltuhren und Dimmern kommt bei dieser gezielten Lichtlenkung eine zentrale Rolle zu. www.darksky.org

 

Auch ohne Teleskop lässt sich die Milchstraße über dem Sternenpark Winklmoos-Alm gut erkennen. Foto: abenteuer-sterne.de/Sebastian Voltmer

Vier Sternenparks

In Deutschland erfüllen bisher vier frei zugängliche Gebiete die Aufnahmekriterien der IDA. Der Sternenpark Westhavelland liegt in Brandenburg und umfasst das Gebiet des Naturparks Westhavelland sowie die Gemeinde Schollene. Besonders die nördliche Hälfte dieses 1380 Quadratkilometer großen Areals ist aufgrund der dünnen Besiedlung ohne größere Ortschaften sehr dunkel. Neun offizielle Beobachtungsplätze werden Amateurastronomen für eigenständige Beobachtungen empfohlen. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Nachtwanderungen, angeleiteten Beobachtungen mit Vortrag sowie Fotoworkshops. Einige Unterkünfte sind mit Angeboten wie Beobachtungsterrassen, Führungen und Teles­kopen speziell auf Stern­gucker eingestellt.
Ganz im Süden der Republik gehört der Sternenpark Winklmoos-Alm zu den dunkelsten Orten Bayerns. Eine Besonderheit des alpinen Gebiets bei Reit im Winkl ist das beinahe uneingeschränkte 360-Grad-Panorama auf 1200 Metern Höhe, das feine Details am Himmel erkennen lässt. Astrofans genießen es auf den bereitgestellten „Himmelsliegen” oder nehmen an Führungen teil, bei denen neben dem bloßen Auge auch Großferngläser und Teleskope eingesetzt werden. Vorträge und ­Astronomiekurse runden das Angebot ab.

 

Dank seiner dünnen Besiedelung ist der Sternenpark Westhavelland in Brandenburg ein Refugium der Dunkelheit. Foto: stock.adobe.com/© Randy

Im Zentrum Deutschlands gelegen und relativ dünn besiedelt, lassen sich auch im Sternenpark Rhön noch natür­liche Nachtlandschaften erleben. Insbesondere die Gebiete Hohe Geba in Thüringen, Lange Rhön im Grenzgebiet zwischen Bayern, Hessen und Thüringen sowie Schwarze Berge im bayerischen Teil der Rhön begeistern mit einem sternenreichen Himmel. Für Hobbyastronomen gibt es Führungen und ausgewiesene Beobachtungspunkte. Besonders gut ausgerüstet sind die „Himmelsschauplätze” mit ­Polarsternfinder, Fernglasaufsetzer, Sternkarte, Wellenliege und Infotafel.
Ergänzend zum Biosphären­reservat Rhön wurde die nah gelegene Sternenstadt Fulda bisher als einzige deutsche Kommune von der IDA ausgezeichnet. Durch ihr Engagement gegen Lichtverschmutzung schützt die hessische Stadt den dunklen Nachthimmel in der gesamten Region.
Ein Hort der Dunkelheit im sonst so dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen ist auch der Sternenpark Nationalpark Eifel. Neben nächtlichen Wanderungen und Himmelsbeobachtungen auf der Sternwarte Vogelsang bietet er auch Arrangements mit Übernachtung an.
www.sternenpark-westhavelland.de, www.abenteuer-sterne.de, www.sternenpark-rhoen.de, www.nationalpark-eifel.de

 

Das hessische Fulda engagiert sich vorbildlich gegen Lichtverschmutzung und erhielt dafür eine internationale Auszeichnung. Foto: Stadt Fulda/Christian Tech

Neue Kandidaten

Neben diesen vier Sternenparks gibt es aktuell drei weitere Regionen in Deutschland, die eine Auszeichnung durch die International Dark Sky Association anstreben. Auf der Schwäbischen Alb gibt es bereits in der Projektphase Führungen, ausgewiesene Beobachtungsplätze und einen Sternguckerplatz mit Liegen und Infotafeln. Auch das Mecklenburger Parkland hat im Herbst 2019 am Rand von Gutsparks und -dörfern sechs Stationen eingerichtet, die zur Himmelserforschung mit Teleskop einladen. Und der Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide östlich von Schwerin macht sich als eine der ­dunkelsten Regionen Deutschlands ebenfalls Hoffnung auf den Titel des Sternenparks.
www.sternenpark-schwaebische-alb.de, www.plmv.de, http://sternenpark.nossentiner-schwinzer-heide.de

Die Schwäbische Alp, hier die Burg Hohenurach, strebt eine Zertifizierung als Sternenpark an. Foto: Till Credner
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