Nachhaltiges Reisen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2017 zum Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus erklärt. Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros, kennt die Angebote der Veranstalter und erklärt, was Urlauber beachten können, wenn sie nachhaltig unterwegs sein wollen.

Herr Joachimsthaler, nachhaltig reisen klingt fast nach einem Widerspruch. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wenn man bedenkt, dass inzwischen ein nicht unerheblicher Prozentsatz des weltweiten CO2-Ausstoßes dem Tourismus geschuldet ist, sollte es an der Zeit sein, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es gibt für Reisende tatsächlich einige Möglichkeiten, die den CO2-Ausstoß zwar kaum verhindern, aber zumindest verringern können. Außerdem geht es beim Thema nachhaltiges Reisen neben der Umwelt auch um das Soziale: Wie ist die politische Situation vor Ort? Wie werden die Hotelangestellten entlohnt? Werden Produkte und Nahrungsmittel aus der Umgebung bezogen? 

Was gilt es bei der Anreise zu beachten? 

Urlauber können zum Beispiel bei Reisen innerhalb Mitteleuropas vom Flugzeug auf die Bahn ausweichen. Hat man eine Flugverbindung gebucht, kann man bei günstigen Flugzeiten mit dem Zug anreisen. Oft wird das Rail & Fly Ticket sogar umsonst oder für wenig Aufpreis angeboten. Wenn möglich sollte man auf Direkt- bzw. Nonstop-Flüge zurückgreifen statt auf Umsteigeverbindungen. Bei manchen Reiseveranstaltern wie Studiosus kann man außerdem eine freiwillige Abgabe für die Treibhausgas-Emission, für die man als Reisender verantwortlich ist, spenden, um nachhaltige Umweltprojekte zu unterstützen.

Und welche Möglichkeiten haben Urlauber noch?

Schon bei der Auswahl des Reiseveranstalters bzw. der Unterkunft kann man auf Nachhaltigkeit achten. TUI kennzeichnet Hotels, die sich besonders für eine umweltgerechte und soziale Hotelführung einsetzen, beispielsweise mit dem TUI Umwelt Champion. Hotel- und Clubanlagen, die zusätzlich weiterführende Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und von unabhängigen Gutachtern zertifiziert sind, werden als TUI Eco Resorts gekennzeichnet. Oft sind es aber auch „Kleinigkeiten“. In vielen Zielgebieten herrscht beispielsweise Wassermangel. Da kann ein Beitrag schon sein, Handtücher nicht täglich wechseln zu lassen und nicht unendlich lange zu duschen. Greift man vor Ort auf einheimische Produkte zurück, unterstützt man die Destinationen und heimischen Märkte. Außerdem kann man vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder aufs Rad umsteigen.