Flugpreise für Kinder

In Folge des Preiskampfs mit den Billigfliegern streichen immer mehr Airlines ihre Kinderermäßigungen. Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros, erläutert die Situation und gibt Tipps, wie man mit dem Nachwuchs trotzdem günstig fliegen kann.

Herr Joachimsthaler, mit Condor hat kürzlich einer der großen deutschen Charterer seine Rabatte auf Flugpreise für Kinder zwischen zwei und elf Jahren komplett gestrichen. Was kommt da noch auf die Kunden zu?

Mittelfristig gesehen müssen sich Familien, die für ihre Kinder Einzelflüge buchen, leider tatsächlich auf höhere Kosten einstellen. Einen garantierten Rabatt in einer festen Höhe gibt es schon lange nicht mehr – das zeigt ein Blick auf andere große deutsche Charter- und Linienfluggesellschaften: Während z. B. Germanwings noch 20 Prozent Ermäßigung auf allen Strecken gewährt, machen die Lufthansa oder TUI Fly den Preisnachlass für Kinder vom Buchungstarif abhängig. Bei TUI Fly gibt es etwa nur im ohnehin schon teureren „Perfect-Tarif“ einen Rabatt von 25 Prozent. Air Berlin hat die Kinderermäßigung auf der Kurz- und Mittelstrecke wie Condor bereits einkassiert und lässt nur noch auf der Langstrecke 20 Prozent nach. Bei Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet waren Rabatte für junge Fluggäste von Beginn an nicht vorgesehen. Im Preiskampf mit der Low-Cost-Sparte sehen sich viele herkömmliche Airlines nun gezwungen nachzuziehen.

Hat diese Dynamik auch Auswirkungen auf die bei Familien so beliebte Pauschalreise?

Nein! Die Kinderermäßigungen, die Kunden bei Pauschalbuchungen erhalten, sind ausschließlich Angebote der Veranstalter und haben nichts mit den Kosten der Airlines zu tun. Die Preislogik der klassischen Pauschalreise wird also in absehbarer Zeit nicht von den Veränderungen bei der Einzelflugbuchung betroffen sein. Und einen weiteren Aspekt sollten Familien, die sich über den Wegfall der Rabatte ärgern, bedenken: Die meisten Airlines gewähren die Kinderermäßigung ohnehin nur auf den Nettoflugpreis – und der macht abzüglich Steuern und Gebühren mittlerweile oft den geringeren Teil der Gesamtsumme aus. Die Einsparmöglichkeiten halten sich also auch mit Nachlass meist sehr in Grenzen.

Welche Tipps können Sie Familien zur Schonung ihres Geldbeutels dann geben?

Sparen kann man bei der Einzelflugbuchung vor allem, indem man frühzeitig vergleicht und reserviert. Bei Condor ist z. B. jetzt schon die Kurz- und Mittelstrecke für Sommer 2016 zur Buchung freigeschaltet. Gern hilft das ARCD Reisebüro dabei, sich einen Überblick über die Angebote und Preise der Airlines zu verschaffen. Wer richtig günstig mit der Familie in den Urlaub fliegen will, sollte das Babyalter dazu nutzen: Kinder unter zwei Jahren erhalten bei den meisten Airlines noch einen Rabatt von 80 Prozent und mehr.