Fernreisen mit Kindern

Zu anstrengend und zu riskant – viele Eltern schrecken vor Fernreisen mit dem Nachwuchs zurück. Dabei steht die weite Welt auch Familien offen, meint Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros. Wenn sie einige grundsätzliche Regeln beachten.

Herr Joachimsthaler, mal ehrlich: lange Anreise und klimatische Veränderungen – sollte man gerade kleinen Kindern solche Strapazen nicht ersparen?

Natürlich sollten die kindlichen Bedürfnisse bei der Auswahl des Fernreise-Ziels an erster Stelle stehen. So ist bei Babys unter einem Jahr von tropischen Ländern, die oft auch Malariagebiete sind, abzuraten. Dasselbe gilt für Regionen, in denen das Niveau der medizinischen Versorgung und der Hygiene niedrig sind. Hier drohen Durchfallerkrankungen, die für kleine Patienten schnell gefährlich werden können. Ich empfehle Eltern deshalb, sich umfassend über das jeweilige Urlaubsziel zu informieren und am besten von einem Reisemediziner beraten zu lassen. Er wird überprüfen, ob ein zusätzlicher Impfschutz nötig ist und auch Hinweise für die Zusammenstellung einer auf das Zielgebiet ausgerichteten Reiseapotheke geben.

Viele Eltern schrecken auch davor zurück, ihrem Kind einen Langstreckenflug zuzumuten. Zu Recht?

Eine Flugreise muss nicht anstrengender sein als eine mehrstündige Autofahrt, womöglich bei Stau und Hitze. Prinzipiell gilt: Jedes gesunde Kind kann fliegen, sogar schon in den ersten Lebenswochen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man den jungen Urlauber kurz vor der Abreise vom Kinderarzt durch - checken lassen – denn bei Ohrenschmerzen oder Nasennebenhöhlenentzündungen ist eine Verschiebung des Fluges angeraten. Gesunde Kinder verkraften den Druckausgleich bei Start und Landung gut, wenn man ihnen etwas zu trinken oder nuckeln anbietet. Familien mit Babys sollten frühzeitig Plätze ganz vorne in der Eltern-Kind-Reihe reservieren, die die meisten Airlines anbieten. Hier gibt es ein an der Wand befestigtes Babybett sowie mehr Platz zum Spielen und Krabbeln. Ins Handgepäck gehören bei Kleinkindern Fläschchen, Schnuller, warme Söckchen, Ersatzkleidung, Windeln, Feuchttücher, das Lieblingskuscheltier und Spielzeug.

Und welche Tipps haben Sie für das Verhalten am Urlaubsort?

Eltern sollten die Kondition ihres Kindes im Blick behalten: Ruhepausen, feste Mahlzeiten und der gewohnte Schlafrhythmus sind wichtig. Zu beachten ist auch, dass in vielen südlichen Ländern kein Leitungswasser für die Zubereitung von Babynahrung und -getränken verwendet werden darf. Und: Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, ist eine Auslandskrankenversicherung unerlässlich! Das ARCD Reisebüro berät Sie gerne.