Augen auf bei Reisesouvenirs

Wenn sich Reisesouvenirs beim Zoll als illegale Ware entpuppen, können Beschlagnahmungen, Bußgelder oder Strafverfahren die Folge sein. Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros, sagt, wie Sie solchen Ärger vermeiden.

Herr Joachimsthaler, von welchen Reisesouvenirs sollte man besser die Finger lassen?

Tabu sollten alle Andenken sein, durch deren Kauf man die Bestände bedrohter Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Viele Urlauber wissen, dass es verboten ist, Mäntel aus Leopardenfell einzuführen. Doch auch für Souvenirs wie Schlüsselanhänger mit eingegossenen Seepferdchen oder Gürtel aus Kobra-Häuten mussten bedrohte Arten ihr Leben lassen. Zurückhaltung ist auch bei traditioneller Medizin angebracht, die zum Beispiel als Aphrodisiakum beworben wird. Sie enthält häufig verbotene Bestandteile wie Pulver aus Tigerknochen oder Bärengalle.

Ist es besser, ganz auf den Kauf von Reiseandenken zu verzichten?

Nein, denn mit dem Erwerb unbedenklicher Erinnerungsstücke wie Töpferwaren, Glasschmuck oder Flecht arbeiten unterstützt man den lokalen Markt. Ist man unsicher, ob für das Mitbringsel illegal Tiere getötet oder bedrohte Pflanzen gewildert wurden, sollte man lieber auf den Kauf verzichten. Den Beteuerungen der Händler ist nicht immer zu trauen.

Niemand kann alle bedrohten Tier- und Pflanzenarten kennen. Wie können Urlauber sich noch informieren?

Insgesamt sind mehr als 30 000 Tier- und Pflanzenarten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES geschützt, d. h. der internationale Handel mit ihnen ist entweder verboten oder nur mit Genehmigung erlaubt. Dies zu überblicken, ist natürlich nicht einfach. Eine gute Orientierung bietet der kostenlose Souvenirführer des WWF (World Wide Fund For Nature). Er passt in jede Hosentasche und hilft dabei, verbotene Andenken zu erkennen und Arten zu schützen. Man kann ihn unter www.wwf.de kostenlos herunterladen oder unter Tel. 0 30/3 11 77 77 00 bestellen.