„Adults only“: Hoteltrend mit Zukunft

„Nur für Erwachsene“ lautet eine Urlaubsphilosophie, die vor Jahren in der Karibik ihren Anfang genommen hat. Doch hinter der scheinbar eindeutigen Formel verbergen sich vielfältige Aspekte, weiß Oliver Joachimsthaler, Leiter des ARCD Reisebüros.

Herr Joachimsthaler, was macht ein „Adults-only“-Hotel genau aus, und welche Qualitätskriterien können Urlauber dort erwarten?

Trotz der vermeintlich eindeutigen Definition der Zielgruppe lässt sich das gar nicht so leicht verallgemeinern. Sicher gibt es Hotels, die ausschließlich Erwachsenen offen stehen – daneben aber auch etliche Häuser, die Jugendliche in Begleitung ihrer Eltern zumindest in Ferienzeiten zulassen. Größere Clubanlagen trennen auch oft einen Bereich nur für Erwachsene ab. Was die Philosophie der „Adults-only“-Hotels angeht, so spielen Begriffe wie „Ruhe“, „Zweisamkeit“ und „Wohlfühlen“ eine große Rolle. Häufig punkten die Anlagen mit einem üppigen Wellness-Angebot, teilweise auch mit überdurchschnittlicher Kulinarik. In südlichen Regionen ist der Fokus auf Wassersportarten typisch. Doch über einen Kamm scheren lässt sich auch hier nichts: Vom ruhigen Spa-Paradies bis zum lasziven Swinger-Club ist bei den Hotels für Erwachsene alles dabei.

Welche Erwachsenen fühlen sich hauptsächlich von diesem Hoteltyp angesprochen? Und welche Anbieter bzw. Zielgebiete gibt es?

Wie das Angebot ist auch die Zielgruppe vielschichtig: Neben kinderlosen Paaren gehören zu ihr Eltern, die mal in Ruhe ohne den Nachwuchs verreisen wollen oder solche, deren Kinder mittlerweile aus dem Haus sind. Homosexuelle Paare sind ebenfalls Teil der Klientel. Singles könnten sich dagegen mitunter ausgeschlossen fühlen, da einige Resorts sehr klar Paare ansprechen. „Adults-only“- Hotels im Programm haben z. B. Sensimar, Iberostar, Barcelo, Luxury Bahia Principe und Melia, es gibt aber auch viele Nichtkettenhotels. Zu finden sind sie am Mittelmeer, in Asien, der Karibik und Mittelamerika; auch in Deutschland und den Alpen gibt es mittlerweile einige Anbieter. Das ARCD Reisebüro berät Interessierte gern bei der Suche nach dem richtigen Hotel.

Was ist Ihre persönliche Meinung? Müssen Hotels nur für Erwachsene überhaupt sein? Oder ist das eine überflüssige Abgrenzung?

Golfer fahren gern in Golfhotels, Biker oder Hundebesitzer in speziell auf sie zugeschnittene Unterkünfte. Warum also sollte es kein Konzept für ruhesuchende Erwachsene geben? Man muss wohl auch eingestehen, dass kinderfreundliche Hotels, die dem Nachwuchs immer größere Freiheiten einräumen, die Nachfrage nach kinderfreien Hotels indirekt befördert haben. Der Trend nimmt ganz klar zu, in der Karibik ist bereits mehr als jedes dritte Hotel „Adults-only“.